Ich kann mich noch sehr gut an diesen Montag, den 25.07.2011, erinnern. Am Morgen weckten mich im Geist folgende Worte: Auf der Hochzeit ist etwas passiert! Es handelte sich dabei um genau die Vorahnung, mit der ich am Abend zuvor schlafen gegangen war. Diese Worte erzeugten ein Gefühl des Unwohlseins in mir.

Ab diesem Zeitpunkt schien es unmöglich für mich, Ruhe zu finden. Denn dieser Gedanke beschäftigte mich. Ihm galt meine volle Aufmerksamkeit. Er nahm Besitz von mir. So war es unmöglich für mich, weiterzuschlafen. In diesem Moment konnte ich von mir sagen:

Ich bin besessen.

Daher beschloss ich, aufzustehen. Ich sah in der Arbeit eine Chance, zur Ruhe zu kommen. Ich wünschte mir eine Ablenkung. Ich musste mich von diesen Worten befreien. Ich wollte meine Aufmerksamkeit auf etwas anderes lenken. In diesem Moment war es mir sogar egal, dass die Uhr erst kurz nach fünf Uhr morgens anzeigte.    

So stand ich auf und fuhr zur Arbeit. Dort angekommen, schaltete ich zuerst meinen PC ein. Danach machte ich mir einen Kaffee. Der war nötig, um munter zu werden. Anschließend überprüfte ich meinen Terminkalender. Ich schaute mir meine Aufgaben für diesen Tag an und begann damit, mich darauf vorzubereiten.

So fand ich vorerst Ablenkung in meiner Tätigkeit. Ich überlegte mir die Unternehmensprozesse. Und schon bald sollte mein Arbeitskollege und Schulfreund Andreas erscheinen. Wir begrüßten uns gegenseitig und wünschten uns einen schönen guten Morgen. Danach begannen wir, uns von unserem Wochenende zu erzählen.

Zuerst berichtete Andreas, was er alles erlebt hatte. Danach war ich an der Reihe. Ich erzählte von meiner Feier und dem Gedanken: Auf der Hochzeit ist etwas passiert! Und als ich davon sprach, erwachte sofort wieder das Gefühl des Unwohlseins in mir.

Andreas bemerkte meine Anspannung. Er versuchte, mich zu beruhigen und zu trösten. Doch all seine Mühe blieb vorerst wirkungslos. Erst der Vorschlag, frühstücken zu gehen, gefiel mir. Und so sollte es geschehen. Wir gingen gemeinsam eine Kleinigkeit essen.

Das Frühstück brachte mich kurzfristig auf andere Gedanken. Das tat mir in dieser Situation gut. Denn diese Achterbahnfahrt der Gefühle nervte mich. Ich wusste nicht, wie ich mit dieser Sache umgehen sollte. Schließlich lösten diese Fragen immer wieder Gefühlschaos in mir aus. Ich stellte mir folgende Fragen:

Bilde ich mir etwa alles nur ein?
Nehme ich etwas wahr, das meinen geistigen Horizont übersteigt?

Eine Antwort fehlte mir. Und so sandte ich den Gedanken aus:

Ich will eine Antwort auf diese beiden Fragen erhalten!

Und so sollte es im Laufe des Tages geschehen. Die Antwort kam früher, als mir lieb war. Nach dem Frühstück gingen Andreas und ich zurück zu unserem Arbeitsplatz. Dort dachte ich wieder sehr intensiv an Birgit. Ich hatte das Gefühl, meiner Freundin eine Kurzmitteilung schreiben zu müssen.

Ich folgte meinem Gefühl und nahm das Handy aus der Jackentasche. Als ich auf das Display blickte, sah ich, dass ich bereits eine Kurzmitteilung von ihr erhalten hatte. In diesem Moment schnellte mein Puls von Null auf Hundertachtzig. Ich war komplett angespannt. Was könnte der Inhalt dieser SMS sein? Diese Frage kam mir in den Sinn. Ich hörte in mich hinein, und dabei kam wieder dieses mulmige Gefühl in mir hoch. Mein Magen krampfte sich zusammen und ich spürte, wie mein Herz immer schneller schlug.

Ich beschloss, meinem Gefühl des Unwohlseins auf den Grund zu gehen. Denn diese Achterbahnfahrt der Gefühle war kaum auszuhalten. Ich wollte Gewissheit. Ich öffnete die Kurzmitteilung. Als ich den Inhalt las, war ich auf einmal wie versteinert und musste kreidebleich geworden sein. Ich hatte ein Déjà-vu.

Der Inhalt der Kurzmitteilung lautete sinngemäß: Michi, ich muss mit dir reden. Auf der Hochzeit ist etwas passiert. Melde mich später. Birgit. Nun war ich sprachlos. Ich las genau die Worte, die ich tief in mir gespürt hatte. Sie bestätigten meine Vorahnung zu 100 Prozent.

Einen kurzen Augenblick später sprach mich meine Arbeitskollegin Carina an. Sie sah mir an, dass etwas in mir vorging, weil ich anders war, als sonst. Und so fragte mich Carina: „Michi, ist alles in Ordnung mit dir? Du siehst heute so anders aus. Fehlt dir was?“ 

Ich zeigte Carina die Kurzmitteilung von Birgit. Und als meine Arbeitskollegin die Kurzmitteilung las, verstand sie meinen Gesichtsausdruck. Sie wusste nun, was in mir vorging und wollte mich beruhigen. Carina versuchte, mich in ein Gespräch zu verwickeln.

Sie sagte zu mir: „Michael, warte ab. Bleib ruhig. Vielleicht ist es anders, als du denkst.“ All ihre Worte klangen im ersten Moment sehr aufbauend und spendeten mir ein wenig Trost. Doch mein Gefühlszustand blieb unverändert. In mir entstand der Drang, auf Birgits Kurzmitteilung zu antworten.

Und so hörte ich in mich hinein. Denn der Schrei meiner Seele wurde immer lauter. In meinem Kopf waren deutlich folgende Worte zu hören: Schreib Birgit zurück! Und so sollte es geschehen. Wie in einem Zustand der Trance schrieb ich folgende Worte: „Egal was passiert ist, Birgit. Ich liebe dich! Denn genau das fühlte ich in diesem Moment:

Ich liebe dich.

Zum ersten Mal in meinem Leben konnte ich diese Worte einer Frau schreiben. Ich spürte, dass es der Wahrheit entsprach. Das Gefühl kam direkt aus meinem Herzen. Bevor ich nun die Kurzmitteilung abschickte, zeigte ich sie meiner Arbeitskollegin Carina.

Daraufhin meinte diese zu mir: „Michael, willst du das wirklich schreiben? Warte doch ab, was passiert ist.“ Doch aus meiner Sicht war es egal, was sich auf der Hochzeit ereignet hatte. So antwortete ich Folgendes: „Carina, es ist egal, was da gewesen ist. Ich liebe Birgit. Das weiß ich. Sie hat das Recht, es zu erfahren.“

Ich machte eine kleine Pause, dann setzte ich das Gespräch fort: „Weißt du, es ist egal, welches Szenario ich mir jetzt vorstelle. Es ist nicht wirklich wichtig, ob Birgit einen anderen Mann geküsst hat, oder gar mit ihm im Bett gewesen ist. Liebe verzeiht!“ Ich kann sagen:

Ich liebe, zu lieben.

Und ich liebte Birgit. Dessen war ich mir bewusst. Ich wollte zu ihr stehen. Egal was passiert ist. Ich hatte vor, ihre Entscheidung voll und ganz zu akzeptieren, wie auch immer diese aussehen mochte. Es lag einzig und allein bei Birgit, wie es weiterging mit uns beiden. Sie musste wissen, was sie wollte. Ich konnte nur für mich sprechen, wenn ich sagte:

Ich weiß, was ich will.

„Daher werde ich mich dem Schicksal fügen.“ Als ich diese Worte aussprach, spürte ich, wie ein Energieimpuls in Form von Wärme durch meinen Körper floss. Es war ein sehr angenehmes und beruhigendes Gefühl. Die ausgesprochenen Worte verliehen mir Kraft. Ich fühlte, dass diese Antwort die einzig wahre für mich sein sollte.

So schickte ich meiner Freundin diese Kurzmitteilung: „Egal was passiert ist, Birgit. Ich liebe dich!“ Zum ersten Mal in meinem Leben sprach ich das aus, was ich tatsächlich fühlte. Diese Worte meinte ich ehrlich. In diesem Moment konnte ich sagen:

Ich bin ehrlich.

Ich war ehrlich zu mir SELBST. Ab diesem Zeitpunkt konnte ich mich allerdings nicht mehr auf meine Arbeit konzentrieren. Ich sah keine Möglichkeit, mich von meinen Gedanken abzulenken. Den ganzen Tag über beschäftigte mich folgende Frage: Was würde das Gespräch ergeben? Und diese Unsicherheit löste unterschiedliche Gefühle in mir aus.

Von Wut, Hass, Zorn, Trauer bis hin zur Liebe hatte ich alle Zustände gleichzeitig. Wie soll ich Birgit gegenübertreten? Diese Frage kam mir ebenfalls in den Sinn. Und so bat ich Gott um seine Hilfe: Bitte lieber Gott, lass mich die passenden Worte finden. Dieses Anliegen sprach ich in Gedanken aus. Ich ging ich in mich und überlegte mir die folgende Frage:

Was will ich?

Und die Antwort auf diese Frage lautete:

Ich will weise handeln!

Das war zum damaligen Zeitpunkt mein innigster Wunsch. Daher ging ich in mich. Schließlich kannte ich aus früheren Erlebnissen die Bedeutung des folgenden Leitsatzes:

In der Ruhe liegt die Kraft

 

Und diesen Zustand der Ruhe und der Gelassenheit versuchte ich nun, in mir herzustellen. Dazu atmete ich tief ein und wieder aus. Diesen Vorgang wiederholte ich mehrmals. Durch die konzentrierte Atmung schaffte ich es, mich zu beruhigen. In diesem Moment konnte ich sagen:

Ich bin ruhig.

Dank dieser Worte war ich komplett bei mir. Ich war eins mit mir SELBST. Dieser Zustand tat mir gut. Ich spürte in diesem Moment, wie ich aus mir SELBST Energie und Kraft schöpfte. Und so wusste ich, dass ich in der Situation weise handeln würde. Denn Gott war mir in dieser Stunde nahe.

Die Stunde der Wahrheit rückte immer näher. Und mein Herz begann immer schneller zu pochen. Die Ungewissheit machte mich verrückt. Doch mit der Zeit sah ich der Situation gelassener entgegen. In diesem Moment konnte ich sagen:

Ich bin gelassen.

Jetzt war es so weit. Mein Telefon läutete. Birgit rief an. In kürzester Zeit schnellte mein Puls wieder von Null auf Hundertachtzig. Daher konzentrierte ich mich wieder auf meine Atmung.

Ich atmete tief ein und wieder aus. So beruhigte ich mich. Danach stand ich von meinem Arbeitsplatz auf. Ich nahm mein Handy und ging nach draußen. Dabei sandte ich die folgenden Worte zu Gott: Bitte lieber Gott, stehe mir jetzt bei! Dann hob ich ab.

Birgit begrüßte mich mit zittriger Stimme: „Hallo Michi!“ Ihr fiel das Sprechen hörbar schwer. Da wusste ich, dass ich ihr viel bedeute. Doch Birgit stand vor einem Gewissenskonflikt. Diese Spannung nahm ich wahr.

„Hallo Birgit!“ Ich begrüßte sie mit freundlicher, sanfter und ruhiger Stimme. „Was ist auf der Hochzeit passiert?“ Als ich diese Worte aussprach, merkte ich, dass ich komplett entspannt war. In diesem Moment konnte ich sagen:

Ich bin in meiner Mitte.

Ich freute mich, Birgits Stimme zu hören. Schließlich war ich neugierig, was sie mir zu erzählen hatte. Und so verlief das Gespräch weiter: „Ich habe auf der Hochzeit einen Mann kennengelernt!“ Danach machte meine Freundin eine kurze Pause. In diesem Moment kam mir wieder der Gedanke vom Vortag in den Sinn.

Dieser Gedanke löste neuerlich Unwohlseins in mir aus. Ich merkte, wie die Anspannung die Oberhand gewann. Daher sandte ich in den folgenden Gedanken aus:

Ich will ruhig und gelassen bleiben!

Und so sollte es geschehen. Kurze Zeit später konnte ich wieder sagen:

Ich bin ruhig und gelassen. 

Ich hörte Birgit weiterhin aufmerksam zu. Und so setzte sie das Gespräch ehrlich fort: „Und ich will ihn wiedersehen!“ Als Birgit diese Worte zu mir sprach, wusste ich, dass für mich der Zeitpunkt gekommen war, um zu gehen. Eine Trennung stand unmittelbar bevor. Das spürte ich in diesem Moment. Und ich wollte unbedingt nach folgenden Worten handeln:

Ich akzeptiere deine Entscheidung.

Das hatte ich zuvor zu meiner Arbeitskollegin Carina gesagt. Und ich wollte nach diesen Worten handeln. Sie entsprachen meiner Vorstellung von Liebe. Ich wollte unbedingt folgenden Leitsatz berücksichtigen:

Liebe ist, so wie du bist

 

Daher versetzte ich mich in Birgits Situation. Ich konnte nachempfinden, was gerade in ihr vorging. In diesem Moment verspürte ich den Wunsch, ihr den Abschied so einfach wie möglich zu machen. Denn tief in meinem Inneren wollte ich, dass Birgit glücklich ist. Instinktiv wusste ich, dass nur Birgit entscheiden kann, was sie SELBST glücklich macht.

Birgit setzte das Gespräch fort: „Es tut mir leid, Michi. Ich kann mich nur auf einen Mann konzentrieren! Ich glaube, dass ich ihn wiedersehen will.“ Und ich verstand sie in diesem Moment. Ich spürte, dass sie sich entscheiden musste. Schließlich ist Birgit eine Frau, die nach folgenden Worten lebt:

Ich bin mit Leib und Seele bei der Sache.

Auch sie schenkte, genau wie ich, immer nur einem Menschen volle Aufmerksamkeit. In dieser Haltung liegt wahre Größe für mich. Und so ließ ich Birgit weitersprechen. Durch das Ausreden und das genaue Zuhören erkannte ich einerseits ihre Entschlossenheit, andererseits ihre Unsicherheit.

Daher fragte ich nochmals liebevoll nach: „Birgit, was willst du wirklich? Willst du den Mann wirklich wiedersehen?“ Und Birgit antwortete mir: „Ja, ich will ihn wiedersehen!“ Und als Birgit diese Worte aussprach, war mir klar, dass ich sie gehen lasse. Denn unbewusst lebte ich damals nach dem folgenden Leitsatz:

Dein Wille geschehe

 

Und so sollte es geschehen. Nach diesen Worten wusste ich, wie ich zu handeln hatte. Birgit setzte das Gespräch mit folgenden Worten fort: „Mir ist unklar, was auf mich zu kommt und was geschehen wird. Ich weiß nur, dass es für mich unmöglich ist, mich mit zwei Männern gleichzeitig zu treffen!“

„Ich verstehe dich, Birgit!“, sprach ich zu ihr. Denn ich konnte ihre Worte wirklich nachvollziehen. „Wenn dies dein innigster Wunsch ist, den Mann von der Hochzeit wiederzusehen, dann soll es so sein!“

Ich will, dass du glücklich bist!

Als ich diese Worte aussprach, spürte ich, dass positive Energie durch meinen Körper floss. In diesem Moment veränderte sich mein Weltbild. Ich wurde gerade verlassen und hatte trotzdem ein positives Gefühl bei der Sache. Tief in meinem Herzen spürte ich, dass ich selbstlos handelte. Dieses Gefühl fühlte sich wahrhaftig und liebevoll an.

Und so sagte ich zu Birgit: „Birgit! Löse dich von der Furcht! Bezwing deine Zweifel. Denke positiv, dann bekommst du das, was du dir erträumst. Ich wünsche dir alles Liebe auf deinem Weg. Mögen all deine Vorstellungen Wirklichkeit werden. Du bist eine tolle und attraktive Frau! Du hast das Beste verdient!“

Nach meinen Worten herrschte einige Sekunden Stille. Danach verabschiedeten wir uns voneinander mit den folgenden Worten: „Bussi. Ich wünsche dir alles Gute auf deinem Weg.“ Dann legten Birgit und ich auf. Es sollte vorerst das letzte Gespräch sein, das Birgit und ich führten.

Was war gerade geschehen? Diese Frage ging mir kurze Zeit später durch den Kopf. Tief in mir spürte ich, dass meine Reaktion die einzig richtige gewesen war. Meine Handlungsweise empfand ich als selbstlos. Sie kam von Herzen.

Doch für meinen Verstand erschloss sich die Sinnhaftigkeit meines Handelns noch nicht. Er wollte anders reagieren. Doch in diesem Moment hörte ich auf die Stimme meines Herzens. Mein Herz ließ Birgit gehen. So entstand in mir ein Zwiegespräch.

Wieso lässt du Birgit gehen? Kämpfe um sie! Zeig, dass du sie liebst! Unternimm was! All diese Ratschläge brachte mein Verstand wütend in die Diskussion ein. Mein Herz antwortete leise und sanft: Vollkommene Liebe akzeptiert jede Entscheidung und lässt einen Menschen einfach sein, wie er ist.

Doch für meinen Verstand waren diese Worte unbegreiflich. Diese Liebesvorstellung überstieg vorerst meinen geistigen Horizont. Mit dieser Einstellung hatte mein Verstand zu kämpfen. Deswegen meldete er sich so deutlich zu Wort und löste damit immer wieder aufs Neue Zweifel in mir aus.

Vorerst sollte mein Herz siegreich bleiben. Zumindest war es an diesem Tag so. Mein Herz hatte es geschafft, meinen Verstand zu überzeugen. Dies gelang durch folgende Worte: Tief in ihrem Inneren weiß Birgit, dass du sie liebst! Vertraue mir! Sie weiß dein Handeln zu schätzen! Diese Worte konnte mein Verstand letztlich annehmen.

Ich atmete dreimal tief ein und wieder aus. Danach ging ich zurück zu meinem Arbeitsplatz. Dort fragte mich Andreas sofort, wie das Gespräch mit Birgit verlaufen sei. Und ich antwortete Andreas folgendermaßen: „Ich habe Birgit gehen lassen. Wir haben uns getrennt!“

Als mein Arbeitskollege diese Worte hörte, schaute er mich fragend an. Dann sprach er: „Wie jetzt? Wie meinst du das? Du liebst Birgit doch. Das weiß ich doch aus deinen Erzählungen. Oder ist es mittlerweile anders? Wie kann ich das verstehen? Wie konntest du so handeln? Geht das so einfach?“

All diese Fragen hatte mir mein Verstand zuvor auch gestellt. Ich antwortete Andreas: „Ja, ich liebe Birgit. Nur manchmal muss man einen Menschen gehen lassen, damit er zurückkehren kann. Mein Herz hat mir das gesagt.“ Und so werden mir folgende Worte, die ich danach aussprach, ewig in Erinnerung bleiben:

„Ich liebe Birgit, so wie ich mich SELBST liebe, nicht mehr oder weniger, sondern gleich. Würde ich sie mehr lieben als mich SELBST, dann würde ich in eine Abhängigkeit fallen. Ich würde mich Birgit unterwerfen. Ich würde zu ihr aufschauen. Ich wäre ihr untertänig.

Würde ich Birgit weniger lieben als mich SELBST, dann würde der umgekehrte Fall eintreten. Birgit würde sich in eine Abhängigkeit begeben. Ich würde zu jedem Zeitpunkt das Geschehen bestimmen und die Richtung vorgeben.

Deswegen strebe ich danach, Birgit gleich zu lieben. Ich strebe danach, sie so zu lieben, wie mich SELBST. Ich will, dass sich Geben und Nehmen oder lieben und geliebt werden die Waage halten.“

Nachdem ich ausgesprochen hatte, schaute mich Andreas verdutzt an. Diese Worte waren ihm unbekannt. Und doch bemerkte ich, dass er versuchte, mir zu folgen und meine Worte zu verstehen. Und so setzte ich meine Erklärung fort:

„Ich will das Beste für mich. Ich will das Beste für Birgit. Ich weiß, was das Beste für mich ist. Mir ist bewusst, dass nur Birgit weiß, was das Beste für sie ist. Deswegen akzeptiere ich ihre Entscheidung, egal wie diese ausfällt. Genauso wünsche ich mir auch von Birgit, dass auch sie all meine Entscheidungen bedingungslos akzeptiert.

Beschließt sie, ein Stück des Weges allein zu gehen, dann lasse ich sie in Frieden ziehen. Sie bestimmt, ob es eine Rückkehr gibt. Sie bestimmt den Zeitpunkt der Rückkehr. Die Tür zu mir wird für Birgit immer geöffnet sein. Sie wird mein Haus jederzeit betreten können. Ich werde sie liebevoll empfangen.

Mein Wunsch ist, dass Birgit glücklich ist. Genauso will ich SELBST glücklich sein. Ich wäre unglücklich, wenn sich Birgit SELBST unglücklich machen würde, indem sie gegen ihren Willen bei mir bleibt.

Mir ist bewusst, dass ein gemeinsames Glück so lange währt, solange Harmonie zwischen beiden Personen besteht. Deswegen lasse ich Birgit in Frieden ziehen, damit sie in Frieden zurückkommen kann, wann immer sie möchte.“

Als Andreas diese Worte hörte, war er ziemlich erstaunt. So eine Einstellung war ihm bislang fremd. Seine Verblüffung drückte er so aus: „WOW! Ich finde deine Einstellung großartig. Ich wünschte, ich könnte ebenso handeln. Zu so einer selbstlosen Handlungsweise gehört viel Mut.“

Und als Andreas dies aussprach, wurde mir bewusst, was ich durch dieses Ereignis lernte. In diesem Moment erkannte ich die vollkommene Liebe. Seit diesem Tag kann ich von mir folgende Worte sagen:

Ich kenne die vollkommene Liebe.

Jedes Mal, wenn ich die Geschichte mit Birgit lese oder erzähle, dann kommen mir die Tränen.

Was denkst du, was das für Tränen sind?
Wie würdest du mit dieser Situation umgehen?
Wie hättest du dich verhalten?
Was kannst du aus dieser Erzählung für dein Leben mitnehmen?
Ist es dir in deinem Leben schon einmal ähnlich ergangen?

Gehe in dich und denke in Ruhe über diese Fragen nach. Lasse deinen Gedanken freien Lauf und nimm dir für die Beantwortung so viel Zeit, wie du brauchst. Sei dabei ehrlich zu dir SELBST.

Wenn sich aus einer Frage weitere ergeben, dann halte diese ebenfalls in deinem Tagebuch fest. Du wirst auf alles eine Antwort bekommen, die du dir schließlich SELBST geben wirst.

Wenn du nun denkst, meine Tränen sind Tränen der Traurigkeit, dann irrst du dich. Für mich sind es Tränen der Freude. Ich bin stolz und freue mich sehr, wenn ich mich an diese wundervolle Begegnung zurückerinnere. Dank Birgit, dank dieser einzigartigen Begegnung, war es mir möglich, die vollkommene Liebe für mich zu entdecken.

Die vollkommene Liebe ist der größte Schatz, den ich je in meinem Leben fand. Und so habe ich mich dafür entschieden, die vollkommene Liebe immer in meinem Herzen zu tragen. Ich fasste für mich den folgenden Entschluss:

Ich will die vollkommene Liebe verbreiten!

Deswegen widme ich Birgit dieses Buch. Es stellt für mich die Erinnerung an eine wunderbare Zeit und eine Wertschätzung ihr gegenüber dar. Gleichzeitig ist es ein Zeichen der Freude und der Dankbarkeit.

So möchte ich gerne an dieser Stelle die Gelegenheit nutzen, um mich bei dir, Birgit, zu bedanken: „Ich danke dir aus tiefstem Herzen. Ich fühle mich privilegiert, dass ich 80 Tage an deiner Seite verbringen durfte. Dank dir sehe ich die Welt mit anderen Augen. Du hast aus einem Blinden einen Sehenden gemacht. Für mich bist du ein wahrer Engel auf Erden.“

Dank dieser wundervollen Begegnung öffnete sich mein Herz. Ich durfte die vollkommene Liebe spüren. Ich habe mich dazu entschieden, sie in meinem Herzen zu tragen. So wurde Birgit die Frau meines Herzens. Jetzt kennst du die wahre Geschichte. Dank dieser einzigartigen Begegnung lernte ich, den folgenden Leitsatz zu begreifen:

Ehre, wem Ehre gebührt

 

So ist mir Birgit in Erinnerung geblieben. Aber auch dieser Arbeitstag hat sich in mein Gedächtnis eingebrannt. Denn ich zweifelte damals mein eigenes Verhalten an. Es war mein Verstand, der diese Unsicherheit in mir auslöste. Und so musste ich lernen, meinen Verstand zu verlieren. Daher sandte ich folgenden Gedanken aus:

Ich will meinen Verstand verlieren!

Und so sollte eine Reise beginnen, die zu mir SELBST führte. Ich begann sie an dem Abend der Trennung von Birgit, indem ich den Tag nochmals Revue passieren ließ. Ich ging in mich. Dabei begann ich, mich SELBST zu hinterfragen. Und so erkannte ich das Fundament der vollkommenen Liebe.

Ende Leseprobe 4

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